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Voraussetzung: aktiv mitmachen - TREEEC

06.09.2020 / Tai Kriegeskotte

Voraussetzung: aktiv mitmachen

Ist TREEEC ein „elitärer Verein?“

Auf meinen Beitrag „Ich sprach gestern mit Eugenia…“ gab es eine Kritik, die ich hier aufnehme, um noch einmal darauf einzugehen, an wen TREEEC sich richtet, und um einiges andere richtig zu stellen. Ich zitiere erst einmal vollständig im Original und antworte anschließend zu den einzelnen Punkten:

„Ich habe gerade deinen Beitrag auf Facebook gelesen und bin einigermaßen ernüchtert und frustriert. Deine doch sehr junge Mitarbeiterin ist also der Meinung, dass ich zum ‚gemeinen Volk‘ gehöre. Folgerichtig erklärst du, dass Menschen wie ich es gar nicht wert sind, Mitglied bei TREEEC zu werden. Ist TREEEC also doch ein sehr elitärer Verein. Wobei sich die Elite scheinbar doch sehr auf den jeweiligen Geldbeutel bezieht. Nicht jeder ist mit dem berühmten goldenen Löffel im Mund geboren… Mein Interesse an TREEEC hat sich damit erledigt. Scheinbar sind Menschen wie ich es in deinen Augen überhaupt nicht wert, sich damit zu beschäftigen.“

Der Begriff der „Common People“

Da ist zuerst einmal zu antworten, dass Eugenia nicht meine „doch sehr junge Mitarbeiterin“ ist, sondern das junge Gesicht von TREEEC und gleichberechtigt in der Führungstroika von TREEEC WORLD PROJECT neben Johan Obdola und mir. Und Eugenia hatte keineswegs gemeint, dass die „common people“ von TREEEC ausgeschlossen werden sollten, sondern ganz im Gegenteil, nämlich dass TREEEC so präsentiert werden sollte, dass es wirklich jeder versteht, auch wenn der- oder diejenige – hier überspitze ich bewusst – weder irgendeine Ahnung von den Dingen hat, noch Interesse daran vorhanden ist.

Hier fühlt sich jemand ganz persönlich angesprochen und übt Kritik, der sich offenbar zu diesem „gemeinen Volk“ zählt. Ich habe für den englischen Begriff „common people“, den Eugenia in unserem auf Englisch geführten Gespräch verwendet hat, eine deutsche Entsprechung verwendet, die ganz offenbar als abwertend empfunden wurde; was es aber nicht ist, wenn man dem Ursprung des deutschen Begriffs nachgeht und es ideologiefrei betrachtet. Wenn man bei openthesaurus.de nachschaut, dann hat es die Bedeutung „Allgemeinheit“ oder „breite Masse“.

Aber selbst wenn man es als Wertung versteht, hatte ich im weiteren Verlauf meiner Ausführungen diejenigen Menschen dem „gemeinen Volk“ gegenüber gestellt, die nicht nur passiv konsumieren, sondern aktiv mitgestalten wollen. Die Formel lautet also, dass diejenigen, die nur Vorteile bei TREEEC haben und nicht wirklich aktiv mitmachen wollen, von mir zum „gemeinen Volk“ gezählt werden. Diese Menschen müssen wir nicht unter allen Umständen erreichen und die sollen auch nicht zum Mitmachen überredet werden. Aber die brauchen wir auch nicht bei TREEEC.

„Eigentlich“ geht das bei TREEEC nicht

In meinem Beitrag war es mir wichtig zu betonen, dass ohne ein Interesse an den Dingen, außer von Vorteilen profitieren zu wollen, auch keine besondere Bereitschaft vorhanden sein dürfte, sich für die Gemeinschaft und die Ziele von TREEEC aktiv einzusetzen. TREEEC baut auf solidarischem Mitmachen auf, in allen Bereichen. Wer sich bisher nicht dafür interessiert hat, was mit unserer Welt geschieht, und sich noch niemals Gedanken über den Zustand von Geld und Wirtschaft gemacht hat, dem kann ich noch so viel und so einfach wie möglich erklären, er bleibt passiv. Wie viele Menschen nehmen die Probleme der Klimazerstörung oder der Folgen des kaputten Wirtschafts- und Finanzsystems wirklich ernst und tun etwas dagegen? Ich behaupte, die breite Masse nimmt es bestenfalls zur Kenntnis, macht weiter wie bisher und regt sich auch noch auf, wenn sie auf Auto, regelmäßig ein neues Handy, viel zu billiges Fleisch und noch billigere Textilien verzichten müssten. Nur Vorteile mitzunehmen und Hilfe im Notfall zu erwarten oder gar zu verlangen, ohne sich engagieren zu wollen, und sei es nur für ein Nachbarmitglied und in welcher Form auch immer, das geht bei TREEEC eigentlich nicht.

Das geht bei TREEEC eigentlich nicht… Und hier habe ich bewusst „eigentlich“ eingefügt, weil ich die Kritik doch für nicht ganz unberechtigt halte. Auch wenn ich eher glaube, missverstanden worden zu sein, will ich das klarstellen. Natürlich kämpft TREEEC für alle und bietet allen Mitgliedern Hilfe und Unterstützung, ob sie selbst auch helfen und unterstützen können oder nicht. Wenn jemand noch zu jung ist, wie die Kinder von Mitgliedern beispielsweise, oder wegen Alter oder Krankheit nicht aktiv sein oder unterstützen kann, so erhalten auch diese die volle und meist noch mehr Unterstützung als ein Mitglied, das eher in der Lage ist, sich selbst zu helfen.

Ich muss auch zugeben, dass in vielen Ländern die Menschen um das nackte Überleben kämpfen müssen und gar nicht die Möglichkeit hatten oder haben, informiert zu sein. Insofern ist es geboten, ihnen verständliche Erklärungen zu geben und ihnen ein Mitmachen zu ermöglichen. Ich bin aber nach wie vor der Ansicht, dass wir in Deutschland und Ländern mit einem Bildungssystem für alle und einer möglichen Teilhabe am öffentlichen Leben erwarten können, dass auch ein grundsätzliches Problembewusstsein vorhanden ist, was mit unserer Welt geschieht und dass etwas getan werden muss. Wer das hier bei uns nicht mitbringt und sich bisher nicht informieren wollte oder krausen Ideen und/oder populistischen Scharlatanen nachläuft, den müssen wir nicht bei TREEEC haben und dem wird TREEEC auch nicht wirklich etwas bringen.

„Elitär“ im Sinn einer herausragenden Gemeinschaft

Ja, das bestätige ich, TREEEC ist ein „elitärer Verein“ im Sinne einer herausragenden Gemeinschaft. Wir stellen Erwartungen an unsere Mitglieder, die sie erfüllen müssen. Mitgliedsunternehmen beispielsweise müssen bereit sein, sich zu „BlueCompanies“ nach unseren Prinzipien und Vorgaben zu entwickeln. Private Mitglieder müssen sich in die Solidargemeinschaft einfügen und auch für andere da sein sowie unseren Kampf für die Rettung unserer Zukunft unterstützen.

Dass sich „Elite“ nicht auf den „jeweiligen Geldbeutel bezieht“, dem muss eigentlich nicht entgegengetreten werden. Um den verhältnismäßig geringen Betrag aufzubringen, den man als privates Mitglied für eine lebenslange Mitgliedschaft zahlen muss, muss man nicht mit einem goldenen Löffel im Mund geboren sein. Normale Vereine verlangen bei uns oft mehr und dass auch noch jedes Jahr. Und für Länder, in denen die Menschen wirklich kein oder wenig Geld haben, haben wir entsprechende Förderprogramme in Vorbereitung, damit auch die sich eine Mitgliedschaft leisten können. Viel Geld ist also nicht erforderlich, aber dafür Aufgeschlossenheit und die Bereitschaft mitzuwirken. Wer das nicht mitbringt, für den sollte sich das Interesse an TREEEC tatsächlich erledigt haben. Weil wir auch kein Interesse an ihm haben.

Ein direktes Wort zum Schluss

Ein letztes Wort noch direkt an die Person, die hier Kritik geübt hat. Ich kenne sie persönlich und weiß um ihren Hintergrund. Es handelt sich nicht um jemanden, der keine Ahnung von Wirtschaft hätte, sondern sogar aus dem Finanzbereich kommt. Also um jemanden, der sich eigentlich keine Gedanken darüber machen müsste, zum „gemeinen Volk“ gezählt zu werden. Ich kann mir auch nicht vorstellen, dass diese Person sich nicht für die Ziele von TREEEC und unsere Solidargemeinschaft einsetzen würde. Aber ich antworte direkt und unmissverständlich: „Wer sich nicht für TREEEC und andere Mitglieder einsetzen will, ist falsch bei uns und sollte nicht Mitglied werden. Und wer sich emotional oder in einem falschen Ideologiebewusstsein unbedingt in eine Kategorie einreihen will, zu der er objektiv gar nicht gehört, der sollte seine Ansichten und seine Kritik überdenken.“ Eigentlich müsste ich aber mit einer Frage schließen und tue das auch: „Warum bist du noch nicht Mitglied bei TREEEC? Mitglieder können von innen praktisch mitwirken und können ihre Meinung und konstruktive (!) Kritik ebenso einbringen wie ihre Kenntnisse.“

06.09.2020 / Tai Kriegeskotte

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