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Brauchen wir die neue Unterneh­mens­form der „Verant­wortungs­gesell­schaft“? - TREEEC
Till Wagner (Stiftung Verantwortungseigentum) erhält von Christian Sigmund (wildplastic) einen Mitgliedsantrag – Foto: Anna-Wyszomierska, Stiftung Verantwortungseigentum

11.10.2020 / Katharina Bechstein

Brauchen wir die neue Unterneh­mens­form der „Verant­wortungs­gesell­schaft“?

Was zahl­reiche Unter­nehmer fordern, gibt es bei TREEEC längst

Zahlreiche Unternehmer setzen sich für eine neue Unternehmensform ein, die die GmbH ergänzen soll, die „Verantwortungsgesellschaft“. Damit ist der Gedanke verbunden, Firmen im Sinne ihrer Gründer dauerhaft fortführen zu können. Dabei sollen Stimmrechte und Eigentum getrennt werden, um Gewinne vornehmlich im Betrieb zu belassen. In einer Informationsveranstaltung der „Stiftung Verantwortungseigentum“ am Dienstag letzter Woche in Berlin äußerten sich dazu auch Politiker von CDU, SPD, FDP und den Grünen. Annegret Kramp-Karrenbauer, noch amtierende CDU-Vorsitzende, findet, dass es sich lohne, über Unternehmertum und Verantwortung zu sprechen. „Ich will diese Diskussion in meiner Partei führen, auch wenn sie kontrovers ist.“ Es erschließt sich zwar nicht unmittelbar, warum eine solche Idee kontrovers sein sollte, denn es sollte auch leicht möglich sein, verantwortungsvoll handeln zu können. Aber es ist ohne Frage eine Abwendung von der Praxis, aus einem Unternehmen an Profit raus zu holen, was nur geht.

Anhänger besonders bei jungen, idealistischen Gründern

Der Spiegel berichtete vor einigen Tagen über Armin Steuernagel, 30, Unternehmersohn aus Dresden, der eine Grenze „zwischen nachhaltiger Wirtschaft und profitgierigen Investoren“ ziehen will und als Lösung „Verantwortungseigentum“ vorschlägt. Die „reichen, mächtigen Eigentümer“ können sich zwar ein Gehalt auszahlen, aber keine Gewinne ausschütten. Auch bei einem Verkauf des Unternehmens, der weiterhin erlaubt wäre, dürfte vom neuen Eigentümer kein Geld entnommen werden. Profitgierige Finanzinvestoren hätten dadurch schlechte Karten. Steuernagel fordert gemeinsam mit rund 500 Unternehmern, die er um sich geschart hat, die Einführung der VE-GmbH als neuer Rechtsform. Genau das war auch Gegenstand der Veranstaltung der „Stiftung Verantwortungseigentum“. Vor allem bei jungen, idealistischen Gründern findet das schon Anhänger.

Professorin Dr. Birgit Weitemeyer – Foto: Bucerius Law Scholl

Die Idee ist nicht neu und erntet Kritik

Die Idee ist nicht ganz neu und große Konzerne wie Bosch oder Carl Zeiss haben so etwas über aufwendige Stiftungsgründungen auch schon realisiert. Dass das gerade zu diesen Zeiten hoch kommt und Aufmerksamkeit findet, darf nicht wundern. Denn den Menschen und im Besonderen vielen oft geschmähten Unternehmern wird bewusst, dass Selbstsucht nicht nur keine Zukunft hat, sondern unsere Zukunft zerstört und etwas getan werden muss.

Prof. Dr. Birgit Weitemeyer, Direktorin des Instituts für Stiftungsrecht und das Recht der Non-Profit-Organisationen an der Bucerius Law School in Hamburg äußert sich in der Legal Tribune Online kritisch zu der Initiative von Armin Steuernagel und spricht von „Etikettenschwindel“. Mehr noch sagt sie, verantwortungsbewusste Unternehmensführung ist unabhängig von der Rechtsform“ und fordert stattdessen eine Reform des Stiftungsrechts.

Tai Kriegeskotte, Vordenker und Initiator von TREEEC – Foto: DPS-DIPLOMATIC, Torsten Mark

Tai Kriegeskotte verwies auf das bei TREEEC schon bestehende Modell

Tai Kriegeskotte, Vordenker, Autor und Initiator von TREEEC äußerte sich bereits am vergangenen Wochenende in einer Online-Konferenz mit Unternehmern aus Süddeutschland zu der Initiative „Verantwortungsbewusstsein“ und begrüßte sie grundsätzlich. Er äußerte aber gleichzeitig Unverständnis, dass in Deutschland und überhaupt dafür nach staatlicher und rechtlicher Regulierung gerufen würde. Seine kritische Einstellung zu Handlungs- und Gestaltungswillen von Regierungen und Politik im Hinblick auf die Probleme, die wir bewältigen müssen, um unsere Zukunft zu retten, ist bekannt: „Wenn wir darauf warten, dass die Politik die Probleme löst, statt dass wir die Dinge selbst in die Hand nehmen und den vorhandenen Gestaltungsrahmen ausfüllen, sind wir nicht zu retten.“ Er verwies sodann auf das Modell und Programm der „BlueCompanies“ und „BlueXCompanies“ bei TREEEC. Damit wird nicht nur abgebildet und ermöglicht, was unter „Verantwortungsgesellschaft“ gefordert wird, sondern dieses wird auch noch an das Sinnvolle und Machbare angepasst. Dazu kommen weitere unverzichtbare Forderungen, die diese Gesellschaften erfüllen müssen, um zukunftsgerecht und zukunftsfähig zu werden. All dem liegt das neue Wirtschaftsmodell der „BlueEconomy“ in Rahmen der EcoCosmos von TREEEC zugrunde.

Die Prinzipien von TREEEC fordern Verantwortung als Teil der Unternehmenskultur

Verantwortung ist ein wesentliches Prinzip von TREEEC und deshalb wird verlangt, dass jeder Unternehmer und jedes Mitgliedsunternehmen unternehmerische Verantwortung zum Teil der Unternehmenskultur macht. Da Unternehmen über TREEEC Eigenkapital erhalten können, und das ähnlich wie bei einem Börsengang, sofern sie die Rechtsform einer Kapitalgesellschaft haben, ist damit verbunden und vertraglich zwingend festgelegt, dass die Prinzipien von TREEEC eingehalten werden müssen. Dabei wird viel vorgegeben, was die Verwendung der Gewinne anbelangt, aber es werden die Eigentümer und Anteilseigner nicht gänzlich davon abgeschnitten. Indem die Unternehmensanteile, die BlueShares unter Mitgliedern frei handelbar sind, können diese auch jederzeit ihrem Wert entsprechend frei veräußert werden.

TREEEC will mit den Unternehmern, die sich für die „Verantwortungsgesellschaft“ einsetzen, Kontakt aufnehmen und sie zur Zusammenarbeit mit dem bereits vorhandenen Modell und seinen viel weiter gehenden Möglichkeiten einladen. Darüber wird Tai Kriegeskotte, unter dessen Federführung dieses Modell entwickelt wurde, in Online- und Präsenzveranstaltungen sowie in Einzelgesprächen in Deutschland und im Ausland informieren.

11.10.2020 / Katharina Bechstein

Till Wagner (Stiftung Verantwortungseigentum) erhält von Christian Sigmund (wildplastic) einen Mitgliedsantrag – Foto: Anna-Wyszomierska, Stiftung Verantwortungseigentum

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